HandART im Samplhaus

Jeweils Freitag, vom 30. Juni  bis 8. September 2017, 08:30 -12:00 Uhr im Samplhaus, Hadergasse 11, 5733 Bramberg

„HandART einst und jetzt“

Diese Ausstellung im uralten Samplhaus in Bramberg zeigt nicht nur von Hand gemachte Raritäten. Sie erzählt auch eine Geschichte: über den sensiblen Umgang mit Werten und die – oft notgedrungene – Beständigkeit von Alltagsdingen.

Links: Susanna Vötter-Dankl, TAURISKA Rechts: Christl Hochwimmer, Samplhaus

Christl Hochwimmer führt in der Scheune ihres über 500 Jahre alten Samplhauses in Bramberg ab Mitte Juni durch die Ausstellung „HandART einst und jetzt“. Am 30. Juni ist die offizielle Eröffnung dieser Schau im Rahmen des TAURISKA-Festivals, die schon allein durch ihre Vielfalt besticht: Gedrechselte Zirbenschüsseln, bleiverglaste Ziergegenstände, Gestricktes und Gesticktes, Schmiedearbeiten, Federkielstickereien, handgemaltes Geschirr, Keramik- und Tonarbeiten, Taschen mit handgestickten Monogrammen, schönes Leinen aus der Zeit des heimischen Flachsanbaues sind zum Beispiel zu sehen. Dann ein aus Korbgeflecht kunstvoll gefertigter, 100 Jahre alter Kinderwagen; ein Spinnrad, an dem fleißige Hände tagein, tagaus, arbeiteten. Auch eine Nähmaschine mit Handkurbel und Zwirnholzspulen: Viele Male schnurrte diese „Pfaff“-Maschine, wenn die Bäuerin zu eng gewordene Gewänder weiter machte, dünne „Hosenboden“ mit Stoffflecken bestückte, die Kleider ihrer Sprösslinge nähte. – Die wurden weitergereicht, bis sie bei den jüngsten Geschwistern dann gänzlich abgetragen waren. Das war notwendige Pflicht in Zeiten der Sparsamkeit und der materiellen Bedrängnis. Und es berührt, wenn man in der Schau etwa ein Leinentuch betrachtet, bei dem immer und immer wieder gestückelt wurde. Dass man flickte, was das Zeug hielt, zeigen auch gestopfte Fäustlinge und Socken. Nichts wurde weggeworfen, sondern alles immer wieder aufs Neue verwertet. Da waren die Generationen der Agrargesellschaft stets erfinderisch und händisch talentiert. So auch die Bewohner des Samplhauses, die etwa Knappen, Schneider und Fassbinder waren. Die heutige Besitzerin Hochwimmer hat die Behaglichkeit und den Charme des ehemaligen „Lehenthalerhauses“ in der Hadergasse erhalten und bietet hier Führungen, Seminare, Workshops, meditative „Wohlfühltage“, Weihnachts- und Osterschauen, Lesungen an. Auch Schulklassen führt sie durch die niederen Türen und über die schmalen Treppen hinauf. „Jeder Winkel atmet Vergangenheit“, freut sich die Hausherrin. Man merkt, mit welcher Leidenschaft sie Dinge bewahrt, wenn sie meint: „Sie besitzen einen wunderschönen ideellen Wert. Mir tut das Herz weh, wie heute viele noch gut funktionierende Alltagsobjekte entsorgt werden.“ Die ausgestellten Exponate stammen vom Samplhaus selbst. Außerdem von Hochwimmers Schwester Hilde Kabelka, die seit ihrer Jugend passionierte Sammlerin ist. Dann lieferte auch die örtliche Strickrunde viel Handgemachtes für die Schau unter dem schmucken Giebeldach. (Christine Schweinöster)

In Kooperation mit der ARGE Samplhaus > und Christine Hochwimmer.

Kontakt: Katharina Seifriedsberger
Tel.: +43 (0)6566/7465

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